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Doomscrolling
Nein, ich hab kein Insta- oder Telegram
und, nein ich seh nicht ein, dass du da mitmusst
kein Doomscrolling bis zur nächsten Bahn
ich verkauf nicht meine Seele an den Algorithmus
Ich will mich nicht mehr auf Twitter streiten - sondern
drüber. Mir sind Konflikte Face to Facebook einfach lieber.
Hab ich dich im Kopf, wenn ich dir was erwider, oder
geht es an die Masse der erbarmungslosen Reader.
ich hab lang genug gescrollt, als es noch cool war.
Seit das einmal zwei lange Jahre mein Beruf war
habe ich es satt, irgendetwas zu promoten
Im Zweifel wär mir lieber, meine Zeilen wärn verboten.
Bis dahin muss ich wohl noch mehr Nippel zeigen,
auf Mastodon verlinken oder Testogel vertreiben,
doch bis sich alle einen Adblock installieren
würde Big Tech selbst noch davon profitieren.
Ich rühr keinen Finger für Zuckerbergs Profit
kein Bit meiner Daten für das Training der AIs
am besten wird nicht alles aufgezeichnet was geschieht
ach wie gut dass niemand weiß, dass ich PITCH BITCH heiß.
Und wer weiß, vielleicht ist es nur die Angst nicht anzukommen
mit jedem Vergleich wird mir die Autonomie genommen
mit jeder Metrik, jedem Klick werd ich verwertbar
mein Verlust verschmerzbar, die Ellebogen härter
Selbst wenn ich lüge wie gedruckt, mein Profil so schön wie nie,
wirds verschluckt, von der Auf-merksamkeitsökonomie.
Durch mein Leben geht ein Bruch, nicht nur einer
es ist nicht fertig wie ein Buch, es geht weiter
Das ist mein Problem mit all den Fotos, und an sich mit dem Profil
es zeigt nur, wo man war, es zeigt nicht wohin man will
Nein ich nutz die Chats lieber, um mich zu verschwören
andere zu finden, die nicht zuschaun sondern zuhören
Denn das Glück lag immer auf der Straße nicht im Feed
wo der Scheiß geschieht, den man nach der Arbeit liest
Also wenn wir uns vermummen, dann nicht nur für die Bullen
sondern weil wir hier nicht sind, damits ein gutes Foto gibt